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Review: N.E.R.O. – Nothing Ever Remains Obscure

N.E.R.O. – Nothing Ever Remains Obscure, vom Entwickler Storm in a Teacup, ist seltsam surreal, zugleich aber auch emotional und wunderschön.
Farbenfroh und doch sehr düster und melancholisch.
Nicht jeder ist ein Fan von Visual Novels und Walking Simulatoren, doch obwohl N.E.R.O. stellenweise spürbare Framerate-Probleme hat und die Grafik manchmal etwas altbacken aussieht, kann es dafür narrativ vollends überzeugen.

Mit gut zwei bis drei Spielstunden, ist der bizarre Mix aus Walking-Simulator und Puzzle-Spiel recht kurz, doch gerade die kurze Spielzeit, die von vielen Spielern oft bemängelt wird, sind meiner Meinung nach mehr als treffend gewählt.
So mag das Spiel zwar an sich kurz sein, so wird es den Spieler danach noch lange Zeit beschäftigen, indem man emotional von der Geschichte eingenommen wird und auch danach noch sicherlich einiges an Zeit damit verbringen wird, die Geschichte in seinem Kopf Revue passieren zu lassen.

Doch beginnen wir mal am Anfang.
Man wird durch eine kurze Cutscene in das Spiel geworfen und weiß erstmal recht wenig.

Wer bin ich?
Wo bin ich?
Was muss ich tun?

All das sind Fragen, die mir durch den Kopf schwebten.

Dabei erkundete ich mich durch eine mysteriöse, geheimnisvolle Welt, nur unterbrochen von kleinen Textfetzen am Rand des Weges, die mich langsam in die Spielgeschichte abtauchen ließen.
Gerade zu Beginn, fühlte ich mich ein wenig hilflos, so hatte ich keinerlei Ahnung, um was es in der Geschichte geht, doch je weiter ich in die mystische Welt von N.E.R.O. vordrang, desto mehr begann die Geschichte sich zu entfalten und mich mit seiner emotionalen Tiefe mitzunehmen.
Hoffnung, Trauer und Verlust sind dabei Kernelemente, die einem als Thema immer wieder begegnen und sich langsam ineinander fügen und so das Gesamtwerk preisgeben.

Walking Simulatoren sind immer so eine Sache, viele Leute sprechen ihnen den nötigen Wert ab, doch Storm in a Teacup schafft es auf gute Weise, genügend Interaktivität und Rätselelemente in das Spiel einzubauen, so dass der Spieler nicht nur  stupide durch das Spiel läuft, sondern auch seine grauen Zellen anstrengen muss, um die volle Geschichte zu entschlüsseln.
Die Rätsel beginnen hierbei unfassbar einfach und führen einen gut in die Spielemechanik ein, werden aber im späteren Verlauf echt knackig.

N.E.R.O. überzeugt eindeutig durch seine emotionale Geschichte und die Art, diese als Gesamtpuzzle im Spiel zu verpacken und durch Rätsel und kleine Textfetzen gekonnt zu erzählen.
Die kurze Spielzeit passt hierbei perfekt, da sie hilft, den Fokus auf der Story zu lassen und einem ermöglicht, sich auf die Geschichte einzulassen und sich ganz darin zu vertiefen.
Eine längere Spielzeit, hätte vermutlich nur das Gegenteil erreicht und unnötig langwierige Passagen erzeugt.

Wie bereits angesprochen kann N.E.R.O. zwar visuell durch seine leuchtenden Farben und seiner Gestaltung überzeugen, so dass man auch über die veraltete Grafik hinweg sehen kann, ärgerlich sind allerdings die teilweise vorkommenden Framerate-Probleme, die stellenweise doch schon etwas sauer aufstoßen.
Auch empfehle ich, den Fernseher und das Spiel sehr hell zu stellen, da manche Stellen sehr dunkel sind und einen die Orientierung verlieren lassen.

Die meiste Zeit über, ist das Spiel recht linear, einige Rätsel und Story-Elemente sind aber etwas versteckt, so dass diese beim ersten Spieldurchlauf leicht übersehen werden können.
Zwar reicht es auf jeden Fall aus, um die Gesamtgeschichte zu verstehen, dennoch ist das meiner Meinung nach etwas schade und verschenktes Potential, vor allem, da es sich um ein rein narratives Spiel handelt, bei dem das komplette Augenmerk eigentlich auf der Geschichte liegt.
Nach Abschluß des Spiels lassen sich die einzigen Kapitel allerdings einzeln anwählen, so dass man die Möglichkeit bekommt, verpasste Rätsel nachzuholen, ohne das gesamte Spiel noch einmal von Beginn bis zum Ende durchspielen zu müssen.

Zusammenfassend hat mir das Spiel, trotz einiger technischer Patzer, recht gut gefallen.
Die Optik ist trotz seiner nicht ganz zeitgemäßen Grafik wirklich schön und die Geschichte hat mich wirklich gefesselt.
Fans von Walking Simulatoren insbesondere von Spielen wie Gone Home, Everybody’s gone to the Rapture und Dear Esther dürften mit N.E.R.O. – Nothing Ever Remains Obscure gut bedient sein.

 

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