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Review: Slime-San

In Slime-San schlüpft der Spieler in die Rolle eines kleinen, grünen Schleim-Monsters welcher eines Tages, nichts ahnend durch den Wald schleimend, von einem riesigen, schwarzen Wurm gejagt und verschlungen wird.
Überraschenderweise ist man nicht das einzige Opfer des Wurmes, so trifft man im Körper des Wurmes andere Überlebende sowie eine ganze Stadt.
Allerdings liegt es nun daran, aus dem Schlund des Wurmes zu entkommen.
Dies erweist sich allerdings nicht als Leichtigkeit, muss man mit präzisen Sprüngen, Sprinteinlagen und geschickten Slides einen Weg hinaus finden und dabei allerlei Hindernisse überwinden und gleichzeitig immer auf die gefährliche Magensäure halten, die kontinuierlich eine Bedrohung darstellt.

Das Gameplay ist die größte Stärke des Spiels.
Es macht Spaß und süchtig, ist aber auch wirklich eine Herausforderung.
Parallelen kann man hierbei gut zu Super Meat Boy ziehen, da sich Slime-San in vielen Punkten ähnelt.
Sollte man das Spiel auf dem PC spielen empfiehlt es sich, einen Controller zu verwenden.
Das Spiel ist ohnehin schon echt schwer und die Steuerung für einen Platformer dieser Art überraschen komplex und etwas gewöhnungsbedürftig.
So gibt es nicht nur die klassischen Jumps und Walljumps, sondern auch Moves wie den Dash und Morph, bei denen man blitzschnell in eine Richtung schnellen muss, oder sich kurzzeitig verwandeln muss, um durch Wände aus bestimmten Materialien zu kommen.
Dies geht stellenweise soweit, dass man manchmal zwei, drei oder sogar vier Aktionen gleichzeitig ausführen muss.
Spielt man es  mit einer Tastatur macht man sich nur unnötig das Leben schwer, da diese Stellen so nur mit meisterlicher Fingerakrobatik zu bewerkstelligen sind und das macht wirklich keinen Spaß und kann schnell sehr frustrierend wirken.
Selbst mit einem Controller bleiben diese Passagen schwer und zumindest ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich den Dreh raus hatte.

 

 

Wie in den meisten Platformern ist das Ziel hauptsächlich von Punkt A des Levels zu Punkt B zu kommen.
Dabei muss man über Absprünge springen, Wände und Hindernisse erklimmen und auf Fallen achten.
Es bleibt aber nicht all zu viel Zeit für große Planung.
Lässt man sich zu viel Zeit, beginnt die Magensäure zu steigen und limitiert den Spieler somit in seiner vorhandenen Zeit.
Stirbt man, muss am Anfang des Levels wieder begonnen werden.
Gerade für Speedrunner, die Lust auf eine Herausforderung haben eignet sich das Spiel allerdings sehr gut, da es schnell ist und durch Trial & Error gut erlernt werden kann.
Das Spiel fühlte sich, trotz häufiger Tode, vor allem zu Beginn, allerdings niemals unfair und cheap an, sondern blieb immer fair und jeder Tod war ein Resultat, entweder aus Unachtsamkeit oder zu langsamen reagierens.

 

 

Das Spiel kommt klassischer Pixel-Grafik vergangener Zeiten und in knalligen Farben daher, die Auswahl dieser ist aber relativ begrenzt.
Ist das Artwork und Design süß und freundlich und bietet so einen guten Gegenpol zum hektischen und schnellen Gameplay, besticht das Spiel mit guten Leveldesign und einem schönen Layout.
Auch wenn optisch alles gut aussieht, hatte das gewählte Design allerdings etwas an sich, wodurch mir nach längerer Zeit die Augen leicht schmerzten.
Ob es an der Größe der Objekte lag, die durch aus etwas kleiner sind, oder an der Farbauswahl und dem Design kann ich allerdings nicht sagen.
Ich musste nur relativ häufig eine kurze Pause einlegen, damit sich meine Augen etwas entspannen konnten.
Leider hat man sich auch schnell an dem Design satt gesehen, da es wenig Abwechslung bietet und sich schnell repetitiv anfühlt.

Eine weitere Stärke des Spiels ist der Soundtrack.
Ich bin ein riesen Fan von Chiptunes und in Slime-San begegnet uns ein wahrlich grandioser, schneller Soundtrack, der an klassische 8-Bit-Zeiten erinnert.
Durch die Musik wird die Geschwindigkeit des Spiels um einiges verstärkt und man wird irgendwie angespornt und gelangt in eine Art Flow, immer weiter zu machen und noch einen Versuch zu starten.
Allein wegen dem Soundtrack lohnt es sich schon, das Spiel mal auszuprobieren (weshalb ich ganz unten ein kurzes Sampler-Video des Soundtracks eingebettet habe).

Slime-San ist ein gutes, schnelles und süßes Retro-Abenteuer im Stil von Super Meat Boy, dabei aber originell genug, um kein langweiliger Abklatsch zu sein.
Das Spiel macht Spaß und bietet einen angenehmen, herausfordernden Schwierigkeitsgrad, der allerdings für Anfänger etwas abschreckend und frustrierend sein kann.
Vor allem, wenn man statt mit einem Controller eine Tastatur verwendet.
Die Musik ist super und man ist schnell im Flow und will kaum mehr aufhören mit dem Spiel.
Einzig die etwas ungünstige Steuerung und die, auf Dauer, für die Augen anstrengende Optik stören etwas den Gesamteindruck.

 

 

 

 

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